Dosiereinheit
Eine Dosiereinheit bezeichnet die funktionale Einheit innerhalb eines vollständigen Dosierstrangs – von der Entnahme des Mediums aus dem Gebinde bis zum definierten Auftrag auf das Bauteil. Sie ist die zentrale Baugruppe, die den eigentlichen Applikationsvorgang steuert und für die präzise Dosierung des Mediums verantwortlich ist.
Was ist eine Dosiereinheit?
Eine Dosiereinheit besteht in der Regel aus einem Dosierventil, einer geeigneten Applikationseinheit wie Dosiernadel oder Dosierkopf sowie der notwendigen Peripherie. Dazu zählen beispielsweise Systeme zur Bauteilerkennung, Prozessüberwachung oder Prozesssignalisierung. Erst durch das Zusammenspiel dieser Komponenten wird eine reproduzierbare, prozesssichere Dosierung gewährleistet – unabhängig davon, ob Fett, Öl oder Klebstoff appliziert wird.
Was ist eine volumetrische Dosiereinheit?
Bei einer volumetrischen Dosiereinheit wird nicht über Zeit oder Druck gesteuert, sondern ein exakt definiertes Volumen pro Hub oder Zyklus abgegeben. Dadurch bleibt die Dosiermenge auch bei schwankender Viskosität oder Temperatur des Mediums konstant. Das Präzisionsventil arbeitet nach genau diesem Prinzip, ebenso der Schneckendosierer, der Medien über eine Exzenterschnecke volumetrisch fördert. Auch die Dosiersysteme für Bohrungs- und O-Ring-Benetzung basieren auf diesem volumetrischen Dosierprinzip, da sie intern auf EYValve aufbauen.
Dosiereinheit vs. Dosiersystem – wo liegt der Unterschied?
Im Unterschied zur einzelnen Dosiereinheit umfasst ein Dosiersystem die gesamte Prozesskette – von der Materialversorgung über die Dosierung bis zur kontrollierten Applikation auf das Bauteil. Ein Dosiersystem integriert also Materialversorgung (z. B. eine Fasspumpe), Dosiereinheit und Steuerung zu einem geschlossenen Setup. Die Dosiereinheit ist damit ein Baustein innerhalb des größeren Dosiersystems, nicht dessen Ersatz.
Dosiereinheit für Fett
Eine Dosiereinheit für Fett ist speziell für die Verarbeitung und Auftragung von Schmierfett ausgelegt. Aufgrund der hohen Viskosität des Mediums erfordert die Fettdosierung angepasste Ventiltechnik, geeignete Applikationswerkzeuge und eine entsprechend ausgelegte Peripherie. Sie ermöglicht einen kontrollierten und gleichmäßigen Fettauftrag in industriellen Anwendungen, etwa bei Montageprozessen, Lagerbenetzung oder anderen Schmierstoffapplikationen. Das Präzisionsventil ist bei EYPro für Schmierstoffe bis NLGI 3 ausgelegt und bildet damit die Grundlage entsprechender Dosiereinheiten für Fett.
Dosiereinheit für Öl
Bei niedrigviskosen Medien wie Öl stellt die Dosierung andere Anforderungen als bei zähen Fetten: Da Öl deutlich leichter fließt, muss die Dosiereinheit ein Nachtropfen oder unkontrolliertes Nachlaufen zuverlässig verhindern, ohne dabei die Dosiergenauigkeit zu beeinträchtigen. Auch hier sorgt das volumetrische Prinzip von EYValve für eine exakt reproduzierbare Abgabemenge, unabhängig von der Fließfähigkeit des Mediums. Für die kontaktlose Applikation von Öl über eine definierte Distanz eignet sich zudem EYSpit.
Dosiereinheit für Klebstoff
Bei Klebstoffen hängt die Auslegung der Dosiereinheit stark davon ab, ob es sich um ein 1K- oder 2K-System handelt. Bei Einkomponenten-Klebstoffen genügt eine präzise Dosier- und Auftragseinheit ohne Mischtechnik. Bei Zweikomponenten-Systemen müssen dagegen zwei Komponenten in einem exakt definierten Verhältnis über statische oder dynamische Mischsysteme zusammengeführt werden, bevor die Aushärtereaktion beginnt – eine Abweichung im Mischungsverhältnis kann hier die spätere Verbindungsfestigkeit direkt beeinträchtigen. Mehr zu automatisierten Klebstoff-Dosiereinheiten finden Sie bei unseren Klebeanlagen.
Dosiertechnik von EYPro
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