Dosierprozess
Der Dosierprozess bezeichnet die gezielte Förderung, Abgabe und Applikation einer definierten Menge eines Mediums – etwa Fett, Öl, Paste oder Klebstoff – auf oder in ein Bauteil. Ziel ist es, das Material präzise, reproduzierbar und prozesssicher aufzutragen. Dosierprozesse bilden die Grundlage für industrielle Anwendungen wie Schmieren, Kleben und Dichten und sind zentraler Bestandteil moderner automatisierter Fertigung.
Wie läuft ein typischer Dosierprozess ab?
Materialförderung
Das Medium wird aus dem Gebinde oder Vorratsbehälter bereitgestellt, etwa über eine Fasspumpe oder einen Druckbehälter.
Dosierung
Die eigentliche Abgabe der definierten Menge erfolgt über ein Dosierelement, z. B. ein Präzisionsventil, einen Schneckendosierer oder einen Rotationsdosierer.
Applikation
Das Medium wird gezielt auf die vorgesehene Fläche oder Kontur aufgetragen, etwa bei der Bohrungs- oder O-Ring-Benetzung.
Steuerung
Eine übergeordnete Steuerung wie EYCon koordiniert Zeitabläufe, Dosiermengen und Sensorabfragen
Überwachung
Bei sensiblen Anwendungen sorgt eine Luftblasen-Ausschleusung für eine homogene, blasenfreie Medienzufuhr
Manuell, teilautomatisiert oder vollautomatisiert
Ein Dosierprozess lässt sich je nach Anforderung unterschiedlich automatisieren:
Manuell:
Bedienung per Handgerät oder Fußschalter, geeignet für geringe Stückzahlen oder Prototypenbau
Teilautomatisiert:
Einzelne Prozessschritte sind automatisiert, der Bauteilwechsel erfolgt noch manuell
Vollautomatisiert:
Der gesamte Ablauf ist in eine Fertigungslinie integriert, oft robotergeführt, ohne manuellen Eingriff
Merkmale eines stabilen Dosierprozesses
Ein stabiler Dosierprozess zeichnet sich vor allem durch eine hohe Wiederholgenauigkeit über viele Zyklen hinweg aus. Dabei ist die Unterscheidung zwischen Dosiergenauigkeit und Dosierleistung entscheidend: Erstere beschreibt, wie exakt die Zielmenge erreicht wird, Letztere, wie viel Material pro Zeiteinheit gefördert werden kann – ein zuverlässiger Prozess erfordert die optimale Abstimmung beider Faktoren, da eine hohe Leistung ohne Genauigkeit ebenso wenig nützt wie umgekehrt. Hinzu kommt die Anpassbarkeit an unterschiedliche Medien und Bauteilgeometrien, damit derselbe Prozess flexibel für verschiedene Anwendungen genutzt werden kann, sowie die direkte Integrierbarkeit in bestehende Fertigungslinien, ohne die vorgelagerten oder nachgelagerten Produktionsschritte zu beeinträchtigen.

Typische Anwendungsfälle
Schmierstoffauftrag
Fett-, Öl- oder Pastenbenetzung von Lagerstellen, Dichtringen oder Gleitflächen
Kleben
Punkt-, Raupen- oder Flächenauftrag von 1K-, 2K- oder anaeroben Klebstoffen
Dichten
Gleichmäßige Applikation von Dichtmitteln zur Vermeidung von Leckagen
Vorteile eines optimierten Dosierprozesses
Laut unseren Kunden lassen sich durch einen optimierten, automatisierten Dosierprozess bis zu 70% weniger Ausschuss, bis zu 40% kürzere Taktzeiten und bis zu 30% Materialeinsparung erzielen – neben höherer Prozesssicherheit und besserer Dokumentierbarkeit für Audits und Qualitätsnachweise.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter einem Dosierprozess?
Die gezielte Förderung, Abgabe und Applikation einer definierten Materialmenge auf oder in ein Bauteil.
Woraus besteht ein Dosierprozess?
Aus Materialförderung, Dosierung, Applikation, Steuerung und – bei sensiblen Anwendungen – zusätzlicher Prozessüberwachung.
Warum ist Prozessüberwachung im Dosierprozess wichtig?
Weil sie Abweichungen frühzeitig erkennt und so Ausschuss, Nacharbeit und Qualitätsprobleme vermeidet.
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